
|
|
![]() Oi!Vision interview: Oi!Vision ist eine sehr gute Webseite, die Bands von ganz verschiedenen Genres unterstützt. Der Schwerpunkt liegt auf Punk, Hardcore Ska und Oi!. Es gibt aber auch noch eine Menge anderer Dinge, wie Plattenbesprechungen und einige Interviews. Wir hatten Glück und bekamen von Sebastian Kuboth, Mitbegründer und Rezensent von Oi!Vision, ein Interview - ich möchte ihm dafür nochmals danken. Da das Interview auf Deutsch geführt wurde, gibt es zwei Seiten, eine auf Englisch, eine auf Deutsch. Das könnte ganz hilfreich für die Oi!Vision Fans sein. -Mikki 1/07 DML: Oi!Vision wurde 2001 gegründet, wer war daran beteiligt und wie kam es überhaupt zu der Idee ein solches Musikmagazin zu gründen? Sebastian: Von Beginn an waren Marcus und ich dabei. Wir kennen uns virtuell seit Ende 1999, da sowohl Marcus mit 3tioz.de und ich mit bofan.de seit den 90er Jahren Fanseiten zu den Böhsen Onkelz betreiben. Wir haben früh begonnen, zusammen zu arbeiten und nach den ersten persönlichen Treffen resultierte daraus auch eine Freundschaft. Es stellte sich ebenfalls sehr schnell heraus, daß wir beide nicht nur die Böhsen Onkelz gerne hörten, sondern auch Bands wie die SpringtOifel oder Broilers. Im Frühjahr 2001 erzählte mir Marcus bei einem Telefongespräch von seiner Idee, ein Musikmagazin zu starten, welches die Schwerpunkte Punk, HC, Ska und Oi! haben soll. Als Namen schlug er auch gleich "Oi!Vision" vor. Ich war total begeistert von dem Vorhaben, obwohl ich damals noch nicht wusste, was bei so einem Projekt alles zu tun ist. Oi!Vision ging dann im März 2001 unter www.oivision.de online. Im Verlauf des Jahres kamen dann noch einige Redakteure und Programmierer hinzu. Zum Beispiel schrieb Olaf von den SpringtOifel einige Zeit Plattenkritiken für Oi!Vision. Die Seite selbst war damals schon super aufgebaut und auch der Start war sehr erfolgreich, da wir sehr schnell eine beachtliche Zahl an Besuchern vorzuweisen hatten. Leider fehlt vielen die Zeit, sich ausgiebig mit so einem Projekt zu beschäftigen, deswegen kamen und gingen viele Redakteure und Programmierer im Laufe der Zeit. Ich selbst habe mir gerade zu Beginn auch sehr schwer getan, Plattenkritiken zu schreiben, da ich so etwas vorher nie machte. Im laufe der Zeit fiel mir das dann immer leichter und mittlerweile macht es mir sogar sehr viel Spaß. 2003 hat Marcus in Zusammenarbeit mit Dennis Suckau dann das aktuelle Design und die aktuelle Programmierung online gebracht. DML: Ihr habt einige Interviews auf Eurer Seite, darunter auch mehrere, die wohl eher schwerer zu bekommen sind, wie J.B.O. und Spider Murphy Gang. Wie seid Ihr daran gekommen? Sebastian: Entweder kriegen wir eine Einladung für ein Konzert - manchmal mit einem Angebot, ein Interview mit der Band führen zu können oder wir fragen selbst an. Bei der Spider Murphy Gang und bei J.B.O. kamen die Anfragen von mir, weil mich die Bands auch persönlich interessiert haben. DML: Einige der Bands auf Eurer Seite, aber auch einige der CDs, die besprochen werden (Peter Frampton?) passen wohl nicht ganz in die Kategorie "Hardcore, Ska, Punkrock und Oi!). Wie kommt das? Sebastian: Wir fixieren uns nicht nur auf die in der Frage genannten Musikbereiche. In der Kopfgrafik unseres Webzines steht z.B. „Alternativ, Punkrock, Hardcore & Oi!-Music”. Der Begriff „Alternativ“ sorgt schon mal für einige Freiheiten. Musik ist ein sehr komplexes Thema. Es gibt kaum Musikrichtungen, die nicht irgendwie miteinander verwandt sind. Ich habe z.B. zu Ted Herold und der Spider Murphy Gang Besprechungen geschrieben, ganz einfach aus dem Grund da diese klassischen Rock’n’Roll bis hin zu Rockabilly spielen. Genau diese Musikrichtungen sind die Wurzeln der genannten Musikrichtungen. Bei Ska ist es ein wenig anders. Aber die Wurzeln vom Ska liegen im Rhythm and Blues – und genau das sind wiederum die Wurzeln des Rock’n’Rolls. Auch Peter Frampton hat seine Wurzeln darin und von daher finde ich das alles gar nicht so abwegig und absolut passend für Oi!Vision. Ich will mich auch abheben von den anderen Musikmagazinen und Redakteuren in dem ich solche Sichtweisen auch beleuchten will. Mir liegt es am Herzen, nicht nur zu kritisieren oder „einfach mal“ lieblos ein paar Zeilen zu gewissen Produkten abzutippen, bei denen Künstler ihr ganzes Herzblut hinein gesteckt haben. Es ist mir wichtig die Komplexität und das Schöne an der Musik und alles was dazu gehört den Leuten nahe zu bringen. DML: Ihr habt derzeit 543 CD Besprechungen auf Eurer Webseite, woher habt Ihr all die CDS? Von Bands, Labels oder habt Ihr dafuer rund 10.000 Dollar ausgegebe? ;-) Sebastian: Natürlich ist ein Teil der Tonträger selbst gekauft, aber den Großteil kriegen wir von Labels, Promofirmen und den Bands. Wenn das nicht so wäre, könnten wir auch gar nicht in dieser Form existieren. DML: Welche Bands, meinst Du, sollten wir besonders im Auge behalten, von denen Du glaubst, sie sind besonders gut? Sebastian: Das gibt es natürlich viele. Als Musikredakteur bekommt man immer wieder Bands zu Gesicht, die einen beeindrucken. In den letzten Monaten waren das bei mir z.B. Chumbawamba oder Taxags. Chumbawamba hat mich mit ihrem Unplugged Programm gefesselt. Ansonsten ist das alles natürlich Geschmackssache. Was Deutsche Bands angeht, würde ich ganz klar sagen, daß die Broilers noch ganz großes vor sich haben. Frau Doktor, eine Ska-Band aus Wiesbaden, sind auch grandios in ihrem Bereich. Ebenso hat mich das letzte 4 Promille Album von den Socken gehauen. Taxgas, die ich eben schon erwähnt habe, sind eine kleine Band aus München, die ein gewisses Potential hat, da kommt es drauf an, was in Zukunft daraus gemacht wird. DML: Ihr habt einen jaehrlichen Pin-up Wettbewerb. Was steckt dahinter und wie seid ihr da eingebunden? Sebastian: Ob der Pin Up Wettbewerb jährlich durchgeführt wird, steht noch in den Sternen. Ich denke, daß das eher darauf Hinausläuft, alle zwei Jahre stattzufinden. Dieses Jahr ist es jedenfalls das erste Mal, daß wir ihn durchführen. Dahinter stecken mal wieder der Marcus und ich. Wie die Idee zustande kam, kann ich gar nicht mehr so richtig sagen. Entstanden ist die Idee jedenfalls in einen unserer Gespräche und der Marcus hat die Idee dann mal wieder geäußert, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Den Wettbewerb machen wir, weil wir unseren Besuchern mehr bieten wollen als den Standart-Inhalt, den man so auf Webzines vorfinden kann. Zudem hatten wir einfach Bock drauf und das Thema Pin-Up paßt zu Oi!Vision einfach wie die Faust aufs Auge. Das wir das Print-Fanzine Moloko Plus und den bekannten Fotografen Dirk Behlau für den Wettbewerb gewinnen konnten ist natürlich eine Entwicklung die wir sehr begrüßen. Ein paar Kleinigkeiten, die die Aktion abrunden wird, haben wir noch im Ärmel. Alles Weitere wird sich zeigen. DML: Welche interessanten Ereignisse waren fuer Dich besonders, seitdem Du mit Oi! Vision arbeitest? Sebastian: Das Schönste ist es, wenn man über Tonträger oder Konzerte neue Bands kennenlernt die einen begeistern können mit ihrer Musik. Wenn man dann entsprechend positives über die Bands schreibt und man die Dankbarkeit der Künstler durch E-Mails oder spätere Treffen zu spüren bekommt, ist das auch eine wunderbare Sache. Ebenso ist es toll, wenn man Künstler persönlich kennenlernt, die einen schon sein ganzes Leben lang musikalisch begleitet (was bei der Spider Murphy Gang z.B. der Fall war). DML: Welche kurz- und langfristigen Plaene habt Ihr in der Zukunft? Sebastian: Im Moment dreht sich bei Oi!Vision alles darum, weiterhin regelmäßig neue Inhalte zu bringen (was wirklich nicht leicht ist. Volker und Andi, die seit kurzem dabei sind, helfen da sehr mit. Es ist leider nicht leicht, gute Redakteure zu finden.). Zudem sind wir auch noch voll mit dem Pin Up Wettbewerb beschäftigt, da dieser ja erst vor zwei Wochen gestartet wurde. Eine Fortsetzung des sehr erfolgreichen Weihnachts-Gewinnspiel ist für Ostern geplant und ein paar kleine Umstrukturierungen innerhalb der Seite stehen an. 2007 wollen wir das Thema Tour-, Veranstaltungs- und Bandsupport ein wenig in Angriff nehmen. DML: Vielen Dank dafuer, dass Du Dir die Zeit fuer dieses Interview genommen hast. Gibt es noch etwas von Deiner Seite zu ergaenzen? Sebastian: Vielen Dank für Dein Interesse. Mach weiter so mit Deutschmusikland (ich bin ja schon einige Jahre begeistertet Besucher). Cheers! More at: |